Wunsch

Wunsch

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Wunsch [vʊnʃ], der; -[e]s, Wünsche ['vʏnʃə]:
1. etwas, was sich jmd. wünscht, was er haben, erreichen möchte [und was er als Bitte anderen, einem anderen gegenüber vorbringt]:
er hat den Wunsch, Arzt zu werden; einen Wunsch aussprechen; sie ist auf ihren [ausdrücklichen] Wunsch [hin] versetzt worden; jmdm., sich einen Wunsch erfüllen.
Syn.: Traum, Verlangen.
Zus.: Berufswunsch, Geburtstagswunsch, Hörerwunsch, Kinderwunsch, Kundenwunsch, Leserwunsch, Sonderwunsch, Weihnachtswunsch, Zuschauerwunsch.
2. Glückwunsch:
mit den besten Wünschen für das neue Jahr.
Syn.: Gratulation.
Zus.: Neujahrswunsch.

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Wụnsch 〈m. 1u
1. etwas, das man gern haben, verwirklicht sehen möchte, Begehren, Verlangen
2. 〈kurz für〉 Glückwunsch
● jmdm. jeden \Wunsch von den Augen ablesen; jmdm. seine Wünsche darbringen; jmdm. einen \Wunsch erfüllen; hast du noch einen \Wunsch?; haben Sie sonst noch Wünsche? (Frage der Verkäuferin); ich hege den (stillen) \Wunsch, dass ...; sein: ein eigenes Haus war schon immer mein \Wunsch; dein \Wunsch ist mir Befehl 〈nur noch scherzh.〉 ich tue, was du willst; sich od. jmdm. einen \Wunsch versagen ● ich habe nur den einen \Wunsch, möglichst schnell von hier wegzukommen; es ist sein größter \Wunsch, einmal nach Amerika zu reisen; alle guten Wünsche zum Geburtstag; ein heimlicher, stiller \Wunsch; ein heißer, sehnlicher \Wunsch ● Prospekte werden auf \Wunsch zugesandt; auf allgemeinen, vielfachen \Wunsch wird die Sendung morgen wiederholt; auf meinen besonderen \Wunsch hin hat er ...; Herr X scheidet auf seinen eigenen \Wunsch aus unserem Betrieb aus; auf \Wunsch von Herrn X; mit den besten Wünschen für baldige Genesung; Nachtisch, Wein nach \Wunsch; es geht alles nach \Wunsch wie man es sich gewünscht, gedacht hat; sich (ganz) nach jmds. Wünschen richten; er ist seit langem von dem \Wunsch beseelt, Maler zu werden; meine besten Wünsche zum neuen Jahr [<mhd. wunsch „Wunsch, Begehren, etwas Außerordentliches zu schaffen“ <ahd. wunsc „Wunsch, Begehren“ <germ. *wunsko „Wunsch“]

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Wụnsch , der; -[e]s, Wünsche [mhd. wunsch, ahd. wunsc, verw. mit gewinnen]:
1. Begehren, das jmd. bei sich hegt od. äußert, dessen Erfüllung mehr erhofft als durch eigene Anstrengungen zu erreichen gesucht wird:
ein großer, bescheidener, unerfüllbarer, brennender, verständlicher, geheimer, heimlicher W.;
ihr sehnlichster W. war in Erfüllung gegangen;
in ihr regte sich der W. nach Ruhe;
es war sein W. und Wille (er wollte unbedingt), dass alle dabei sein sollten;
einen W. haben, hegen, äußern, unterdrücken;
jmds. Wünsche erraten, befriedigen;
jmdm. jeden W. von den Augen ablesen;
sich einen W. erfüllen, versagen;
noch einen W. frei haben (sich von jmdm. noch etw. wünschen dürfen);
haben Sie sonst noch einen W.? (darf ich Ihnen außerdem noch etw. servieren, verkaufen?, kann ich sonst noch etwas für Sie tun?);
das Material entsprach [nicht ganz] ihren Wünschen, ließ einige, viele Wünsche offen (war recht, sehr unvollkommen);
die Vereinbarung ließ keinen W., keine Wünsche offen (war völlig befriedigend);
er widerstand dem W. zu widersprechen;
etw. kommt jmds. Wünschen entgegen;
etw. auf jmds. [ausdrücklichen] W. tun;
er wurde auf eigenen W. versetzt;
es ging, lief alles nach W. (verlief so, wie man es erhofft, sich vorgestellt hatte);
R Ihr W. sei/ist mir Befehl (scherzh.; selbstverständlich entspreche ich Ihrer Bitte);
der W. ist/war hier der Vater des Gedankens (scherzh.; hier handelt es sich um Wunschdenken; nach Shakespeare, König Heinrich IV., 2. Teil, IV, 4);
ein frommer W. (ein Wunsch nach etw. durchaus Wünschenswertem, aber keinesfalls Erreichbarem; nach lat. pia desideria = fromme Wünsche, dem Titel einer Schrift des belg. Jesuiten H. Hugo, 1588–1639).
2. <Pl.> jmdm. aus bestimmtem Anlass wohlmeinend Gewünschtes:
herzliche, beste, alle guten Wünsche zum Geburtstag!;
in Briefschlussformeln: mit den besten Wünschen Ihr Peter Schmitt.

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Wunsch,
 
Verlangen, Herbeisehnen eines Erlebenszustandes, das im Unterschied zum Wollen die Möglichkeiten der Realisierung des Zieles weitgehend unbeachtet lassen und das Ziel erwartungsvoll vorwegnehmen kann; so beschrieb I. Kant den Wunsch als »Begehren ohne Kraftanwendung zur Hervorbringung des Objekts«. S. Freud zufolge ist der Wunsch die durch persönliche Erfahrungen geprägte Form eines Motivs oder Triebs. Unerfüllte Wünsche schlagen sich nach psychoanalytischer Auffassung in den Produktionen des Unbewussten, besonders in den Träumen (illusionäre Wunscherfüllung), nieder. In seinem späteren Werk unterschied Freud jedoch zwischen den Träumen der Wunscherfüllung und den Angstträumen. - Wunschdenken ist die Neigung, Beurteilungen und Erwartungen nicht an den sachlichen Gegebenheiten, sondern an eigenen Interessen und Hoffnungen auszurichten; kennzeichnend für das Kindesalter, aber auch für die infantile Persönlichkeitsstruktur eines Erwachsenen oder für seelische Störungen.

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Wụnsch, der; -[e]s, Wünsche [mhd. wunsch, ahd. wunsc, verw. mit ↑gewinnen]: 1. Begehren, das jmd. bei sich hegt od. äußert, dessen Erfüllung mehr erhofft als durch eigene Anstrengungen zu erreichen gesucht wird: ein großer, bescheidener, unerfüllbarer, brennender, verständlicher, alberner, törichter, geheimer, heimlicher, aufrichtiger W.; sein sehnlichster W. war in Erfüllung gegangen; in ihm regte sich der W. nach Ruhe; Übrig blieb in ihm jedoch der W., einstmals in einem klatschmohnroten Trikot aufzutreten und in einer Höhe zu balancieren, dass man ihn nur noch mit einem Fernrohr erkennen könnte (Heckmann, Benjamin 139); es war sein W. und Wille (er wollte unbedingt), dass alle dabei sein sollten; mit der Wut kommt der W. in ihm hoch, es Charli heimzuzahlen (Ossowski, Flatter 12); einen W. haben, hegen, äußern, unterdrücken, zu erkennen geben; jmds. Wünsche erraten, befriedigen; jmdm. jeden W. von den Augen ablesen; sich einen W. erfüllen, versagen; Wünsche aufgeben heißt, Kapazität freisetzen (Becker, Tage 27); noch einen W. frei haben (sich von jmdm. noch etw. wünschen dürfen); haben Sie sonst noch einen W.? (darf ich Ihnen außerdem noch etw. servieren, verkaufen?, kann ich sonst noch etwas für Sie tun?); das Material entsprach [nicht ganz] seinen Wünschen, ließ einige, viele Wünsche offen (war recht, sehr unvollkommen); die Vereinbarung ließ keinen W., keine Wünsche offen (war völlig befriedigend); er widerstand dem W., sich ein neues Auto zu kaufen; etw. kommt jmds. Wünschen entgegen; wenige Wochen später distanzierte er sich (abermals einem dringenden W. seines Verlegers folgend) von der ... Zeitschrift (Reich-Ranicki, Th. Mann 17); etw. auf jmds. [ausdrücklichen] W. tun; er wurde auf eigenen W. versetzt; es ging, lief alles nach W. (verlief so, wie man es erhofft, sich vorgestellt hatte); R Ihr W. sei/ist mir Befehl (scherzh.; selbstverständlich entspreche ich Ihrer Bitte); der W. ist/war hier der Vater des Gedankens (scherzh.; hier handelt es sich um Wunschdenken; nach Shakespeare, König Heinrich IV., 2. Teil, IV, 4); *ein frommer W. (ein Wunsch nach etw. durchaus Wünschenswertem, aber keinesfalls Erreichbarem; nach lat. pia desideria = fromme Wünsche, dem Titel einer Schrift des belg. Jesuiten H. Hugo, 1588-1639): das ist leider nur ein frommer W.; Neemans Zuversicht, die gegenwärtige Konjunkturflaute werde Industrie und Handel veranlassen, einen Teil der Teuerungswelle aufzufangen, blieb bisher ein frommer W. (Handelsblatt 20. 10. 98, 9). 2. <Pl.> jmdm. aus bestimmtem Anlass wohlmeinend Gewünschtes: Meine Wünsche begleiten Sie! (Roth, Beichte 40); herzliche, beste, alle guten Wünsche zum Geburtstag, zum Jahreswechsel!; in Briefschlussformeln: mit den besten Wünschen Ihr ...

Universal-Lexikon. 2012.

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